Thorsten Kleditzsch solidarisiert sich in seinem heutigen Leitartikel auf eigenartige Weise mit den Hartz-IV-Empfängern des Landes und reiht sich damit nahtlos in die lange Reihe der Nörgler und Besserwisser ein, die jeden Schritt des politischen Lebens zu kommentieren wissen. Wie viele andere stellt er „die aus dem Bedarf gestrichenen Ausgaben für Alkohol und Tabak infrage“ und glaubt zu wissen:
Aber es ist realitätsfern, ausgerechnet vom Hartz-IV-Empfänger zu erwarten, auf diese Alltagsdrogen zu verzichten.
Ausgerechnet vom Hartz-IV-Empfänger? Es scheint als habe man in der Redaktion der Heimatzeitung ein klares Bild von ebendiesem. Und die Milchmädchenrechnung geht ja auch zu gut auf: Hartz-IV-Empfänger sind grundsätzlich arme Wesen, die ihren trüben Alltag mit Alkohol und Zigaretten betäuben müssen. Und legt man diese realitätsnahe Einschätzung der Berechnung von Hartz-IV zugrunde, müsste man eigentlich die Beträge dafür drastisch erhöhen. Denn schon jetzt haben es die armen Hartz-IV-Säufer schwer, ihre tägliche Dosis Sternburg und F6 zu finanzieren. Noch schwerer haben es die, die auf illegale Drogen angewiesen sind. Für den Joint nach dem Schnaps hat Vater Staat frevelhafterweise gar nichts eingeplant und weil auch das zur Lebenswirklichkeit vermutlich jedes Hartz-IV-Empfängers gehört, ist kaum zu verstehen, warum Kleditzsch nicht auch dafür Geld von der arbeitenden Bevölkerung einfordert.
Am Fichtelberg geht indes die unendliche Geschichte um den Neubau der Schwebebahn in eine neue Runde. Für morgen ist mal wieder geplant, über die Art und Weise der neuen Bahn zu entscheiden. Ob es wirklich dazu kommt, wird sich in Bälde zeigen.
